Wo bleibt das Positive in der Modernen Kunst?

 

"Das Problem ist, dass wir die schlechte Angewohnheit haben, gefördert durch Pedanten und Intellektuelle, Glück oder Glücklichsein als etwas ziemlich Dummes zu betrachten. Nur Schmerz ist Intellektuel, nur das Böse interessant. Darin liegt der Verrat des Künstlers; Die Weigerung, die Banalität des Bösen und die Schreckliche Langeweile des Schmerzes, zuzugeben.

Ursula K. LeGuin

 

 

(Hier im Original:)

'The trouble is that we have a bad habit, encouraged by pedants and sophisticates, of considering happiness as something rather stupid. Only pain is intellectual, only evil interesting. This is the treason of the artist; a refusal to admit the banality of evil and the terrible boredom of pain.”

Ursula K. LeGuin

 

 

Dieses Zitat hat mich zum Nachdenken darüber gebracht, warum das Negative in der Kunst als das Intellektuelle per se angesehen wird. Das gilt besonders für die Bewertung moderner Bilder, bei denen meistens Provokation und negative Gefühle transportiert werden. Dabei gilt nur dies als wirklich intelektuelle Leistung und Bilder mit einer positiven Botschaft werden eher als naiv und oberflächlich angesehen.

 

Ich denke in der Musik ist das anders. Klassische Musik zum Beispiel, kann unsere Seele berühren und uns glücklich, erhaben oder zufrieden fühlen lassen, ohne als intellektuell minderwertiger betrachtet zu werden. Positive und negative Gefühle können im musikalisch-künstlerischen Schaffen ausgedrückt werden und gleichwertig co-existieren.

 

 

Die Funktion der Kunst ist es zu kommunizieren und Ideen zu transportieren. Sicherlich kann Kunst, die drama- und angstbeladen ist oder Abscheu und Schmerz hervorruft, intellektuell herausfordernd sein und zum Nachdenken anregen. Natürlich ist das Kunst und viele große Kunstwerke vermittelt genau solche Ideen.  Aber das ist ja nur eine Seite des menschlichen Ausdrucks.

Warum sollte Malerei hier nicht mehr wie Musik sein können?

 

In dieser Welt muss jeder aus seinen Sinneswahrnehmungen, seinen Gefühlen, Erfahrungen und Gedanken einen Sinn entnehmen. Die Wirklichkeit kann manchmal extrem chaotisch erscheinen.  Jeder hat die intellektuelle Herausforderung, seine Wahrnehmungen und Erfahrungen mehr oder weniger als Ganzes zu integrieren. Eine der größten Leistungen der Menschen ist es, sich gegen Widrigkeiten zu behaupten. Wenn der Künstler oder die Künstlerin - für einen kurzen Moment - einen Sinn für Einheit und Harmonie erschafft, und einen kurzen Moment von Seelenfrieden und Ordnung erzeugt, sollte das auch zählen. Für mich ist diese positive Kunst, auch wenn man nicht genau sagen kann, wie dieser Effekt erzeugt wird - ebenso Kommunikation und Kunst! Daran kann ich nichts Oberflächliches oder Naives erkennen.

 

Ich werde also weiter Bilder malen, von denen ich hoffe, dass sie die Menschen anregen und auch ein wenig glücklicher machen.

 


 

 

 

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